Babyn Jar

Im zweiten Weltkrieg wurden in der Kiewer Schlucht Babyn Jar Juden, Zigeuner, Kriegsgefangene und Mitglieder der OUN erschossen. Laut verschiedenen Angaben wurden zwischen 70.000 und 200.000 Menschen getötet. Nur innerhalb von drei Tagen, von 29. bis 31. September 1941, wurden etwa 34.000 Menschen ermordet.

Im September 2016 werden der Opfer des Massakers in Kiew gedacht. Anlässlich des 75. Jahrestags der Tragödie werden verschiedene Gedenkveranstaltungen stattfinden. Zu den bevorstehenden Gedenktagen werden in der Parkanlage der Gedenkstätte Sanierungs- und Vorbereitungsarbeiten durchgeführt.

Denkmal für die erschossenen Kinder

Denkmal für die erschossenen Kinder

Denkmal für die vernichteten Zigeuner

Denkmal für die vernichteten Zigeuner

Menora

Menora

Verwilderter jüdischer Friedhof

Verwilderter jüdischer Friedhof

Gedenkstein anlässlich des 60. Jahrestags des Massakers von Babyn Jar | Fernsehturm nicht weit von Babyn Jar

Gedenkstein anlässlich des 60. Jahrestags des Massakers von Babyn Jar | Fernsehturm nicht weit von Babyn Jar

Denkmal für die Opfer des Nazismus

Denkmal für die Opfer des Nazismus

Mahnmal an die Ermordeten in Babyn Jar | Sanierungsarbeiten

Mahnmal an die Ermordeten in Babyn Jar | Sanierungsarbeiten

Denkmal für die Widerstandskämpferin jüdischer Herkunft Tetiana Markus

Denkmal für die Widerstandskämpferin jüdischer Herkunft Tetiana Markus

2 Gedanken zu „Babyn Jar

  1. Wer waren die feigen Verbrecher und Mörder?

    „An der Aktion waren Angehörige des SD und des Sonderkommandos 4a (befehligt von SS-Standartenführer Paul Blobel) der SS-Einsatzgruppe C unter dem Kommando von SS-Brigadeführer Otto Rasch, die für die sogenannten Exekutivmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung zuständig war, Kommandos des Polizeiregiments Süd der Ordnungspolizei, Angehörige der Geheimen Feldpolizei, ukrainische Miliz sowie die Wehrmacht beteiligt. Auch die „Bukowiner Kurin“, eine Militäreinheit der Organisation Ukrainischer Nationalisten, nahm aktiv an dem Massaker teil.[10]“

    Quelle: Babyn Jar – Wikipedia

  2. Der anfängliche Widerspruch, dass sowohl Mitglieder der OUN (Organisation Ukrainischer Nationalisten) in Babyn Jar erschossen wurden als auch bei der Ermordung von Juden und anderen Menschen am gleichen Ort beteiligt waren (s. Wikipedia), kann durch verschiedene Zeiträume und Umstände erklärt werden.

    „Die aus Polen stammenden jüngeren Nationalisten um Stepan Bandera (OUN-B) waren ungeduldiger, aktivistischer und weniger umsichtig als die in der Emigration an Taktieren und Abwarten gewöhnten Nationalukrainer um den Nachfolger von Konovaleç, Andrij Mel’nyk (OUN-M). Beide Fraktionen arbeiteten jedoch mit den Deutschen zusammen. Die OUN-M hatte ihre Einflüsse im UCK und stand hier mit dem Verwaltungsapparat, der SS und der Partei in Verbindung, die OUN-B war stärker mit der Wehrmacht liiert. … Da sich die Einnahme Kiews abzeichnete, waren beide Fraktionen bestrebt, in der Hauptstadt die eigenen Leute unterzubringen. … Die OUN-M-Fraktion konnte sich in Kiew etablieren, als die Deutschen am 19. September 1941 die Stadt einnahmen. Die Einnahme von Kiew war nicht wie erwartet verlaufen. Zahlreiche Gebäude waren vermint worden, und eine große Explosion legte am 24. September einen Teil der Innenstadt in Schutt und Asche. Nachdem Hitler »Partisanen und Juden« hierfür verantwortlich gemacht hatte, ersuchte der Stadtkommandant Generalmajor Kurt Eberhard den Führer des Sonderkommandos 4a der Einsatzgruppe C, SS-Standartenführer Paul Blobel, radikale »Vergeltungsmaßnahmen« einzuleiten. Die Folge war der Mord an über 30 000 Kiewer Juden im Babij Jar am 29. und 30. September. Ein Nebeneffekt des Judenmordes war die Gewinnung von Wohnraum für diejenigen, die infolge der Explosionen ihre Wohnungen verloren hatten. Erst in diesem Kontext gehört das Geschehen von Babij Jar in unseren Zusammenhang. Denn inzwischen gab es eine Instanz, die sich für die nicht-jüdischen Einheimischen einsetzte. Die ersten Mel’nyk-Anhänger kamen zusammen mit den Deutschen in der Stadt an und »begannen rasch, das nationale Leben der Stadt zu organisieren«. … In den folgenden Monaten brachte die Sicherheitspolizei mit Gewalt den Apparat der OUN-M zum Erliegen. Anfang 1942 griff der Terror um sich und traf nun vor allem die schon sprachlich leichter erkennbaren und manchen Ortsansässigen weniger genehmen Westukrainer – viele von ihnen wurden im Babij Jar ebenso erschossen wie einige Monate zuvor die Juden.“

    PDF-Quellenhinweis
    Frank Golczewski: Die Kollaboration in der Ukraine

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