Meschyhirja

Meschyhirja (ukr. Межигір’я) war die Residenz des bis zum 22. Februar 2014 am Steuer stehenden Präsidenten der Ukraine, Wiktor Janukowytsch. Das Landhaus befindet sich im Dorf Nowi Petriwzi im Norden von Kiew, am Ufer des Stausees Kiewer Meer. Auf diesem Gelände war früher das uralte Kloster, das 1918 geschlossen und 1935 abgerissen wurde.

Meschyhirja

Honka

Laut einer Überlieferung wurde das Kloster ca. 988 von griechischen Mönchen gegründet. Sie kamen aus Byzanz zusammen mit dem Heiligen Michael, dem ersten Kiewer Metropoliten.

1609 bekam das Kloster die Stauropegia.

Kloster Meschyhirja, 1650-er, Abraham van Westerveld

Kloster Meschyhirja, 1650-er, Abraham van Westerveld

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster zum Zentrum im Kampf gegen Unierten und wurde von Kosaken nicht nur finanziell unterstützt. Das Kloster war unter dem Patronat von Kosaken

1786 nach der Abschaffung der Saporoger Sitsch von Katharina der Großen wurde das Kloster aufgelöst und das Klostervermögen wurde vom Russischen Reich beschlagnahmt.

1796 fand der deutsche Ingenieur Kranich neben dem Kloster den kaolinischen Ton (auch Porzellanerde), der für Porzellan-Herstellung geeignet ist. 1798 wurde in Räumlichkeiten des Klosters die Meschyhirja Porzellan-Fabrik gegründet. Sie existierte bis 1884.

Kloster Meschyhirja

Kloster Meschyhirja

1886 war das Kloster wieder intakt. 1894 wurde es in ein Nonnenkloster umgewandelt.

In 1920-er Jahren wurde das Kloster von Bolschewiken aufgelöst. 1934-1935 wurden fast Gebäude abgerissen und auseinandergenommen. Während der Vernichtung wurde eine uralte Bibliothek mit handgeschriebenen Büchern gefunden. Manche glauben, dass diese Bibliothek dem Jaroslaw dem Weisen gehörte.

Auf dem Territorium des ehemaligen Klosters wurde eine staatlich Datscha für Funktionäre gebaut. Es diente als Gästehaus des ukrainischen Staates.

2014 wurde das Gelände auf undurchsichtige Art und Weise vom ehemaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch angeeignet.

Honka

Honka

Das gesamte Grundstück ist etwa 137 Hektar. Diese fast 137 ha sind von einer bis zu fünf Meter hohen Mauer umgeben. Seinerzeit wurde das Grundstück von der Spezialeinheit Berkut bewacht sowie durch Fliegerabwehrschutzsysteme geschützt.

Nachdem Janukowytsch nach Rostow geflohen war, wurde die Residenz von Protestierenden des Euromaidan besetzt und später für die Presse und die Öffentlichkeit geöffnet. In einem der künstlerischen Teiche wurden die eilig entsorgten Dokumente gefunden und gefischt. Diese wurde zum Beweisstück der Korruptionstätigkeit von Janukowytsch.

Zoo

Zoo

Meschyhirja umfasst das bewohnte Territorium mit dem Haus von Janukowytsch (Honka), einem Sport- und Wellnesskomplex, einem Dampfkomplex und einer Labor sowie Golffelder, einen Hubschrauber-Landeplatz, einen Yachkai, eine Weide für Hammelherden, einen Bienenstand, einen Privatzoo und viel anderes.

Oldtimer-Museum

Oldtimer-Museum

Seit Anfang der Ereignisse im Osten dient die Residenz als ein Erholungsort für Flüchtlinge aus den Ostregionen und Teilnehmer an der anti-terroristischen Operation. Im Sommer 2015 wurde hier ein Kinderlager organisiert.

Zoo

Zoo

Heutzutage dient Meschyhirja als ein Park. Der Eintritt kostet 50 UAH. Da das Territorium riesig ist, wäre es empfehlenswert, eine Tour mit einem Elektromobil zu machen. Solche Fahrt mit der Führung auf Russisch dauert 45 Minuten und kostet 60 UAH. Den Eintritt ins Haus (Honka) und in den Sportkomplex sowie das Oldtimer-Museum muss man extra bezahlen, außerdem muss man sich im Voraus anmelden.

Bilder: Alle Bilder (außer dem Oldtimer-Museum) habe ich am 23. Februar 2014 gemacht.

Ein Gedanke zu „Meschyhirja

  1. „Die Ukrainerinnen und Ukrainer, die jüngst all den widerwärtigen, von ihrem Geld bezahlten Protz besichtigen konnten, taten gut daran, den sündhaft teuren Dreck nicht zu verwüstenen, sondern angeekelt zu bestaunen und gleichwohl als Volkseigentum und Korruptionsmuseum zu schonen. Möge es erhalten bleiben als nachhaltige Mahnung vor unerwünschten Nebeneffekten der Demokratie. Und als Warnung vor schlechtem Geschmack.“ Zitat aus: http://bronioblog.blogspot.de/2014/02/

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