Sitten und Bräuche

Ostern

In der Ukraine gibt es viele Feiertage, die von den Ukrainern gern gefeiert werden. Einer der zwölf größten Feiertage im kirchlichen Kalender ist Ostern. Dieses Fest nennt man auch der Große Sonntag (ukr. Великдень) oder das Fest des Hellen Christi Auferstehung (ukr. Світле Христове Воскресіння).

Ostern

In diesem Jahr feiern wir den Großen Feiertag am 20. April, gleichzeitig mit der westlichen Kirche. Das passiert aber nicht jedes Jahr. Der Grund dieses zeitlichen Unterschieds zwischen unserem Ostern und dem westlichen Ostern liegt am Julianischen und am Gregorianischen Kalender. Der erste war zu Lebzeiten Christi gültig und wurde von Julius Cäsar eingeführt. Der zweite wurde vom katholischen Papst Gregor XII. im XVI Jh. eingeführt.

Mit Ostern sind in der Ukraine sowohl kirchliche Traditionen, Rituale und Symbole verbunden, als auch Volksbräuche, an denen unser Land reich ist.

Vierzig Tage warten die Orthodoxe auf das Treffen von Ostern. Im Laufe der Fastenzeit bereiten sie sich geistig vor. In der letzten Woche vor Ostern bemalt man die Hühnereier mit Wachs und Farbstoff- Als Farbstoff benutzt man natürliche Farben wie z. B. Birkenblätter, Thymian, Fuchsin, Apfelrinde und Zwiebelschale usw. Diese Ostereier nenn man «Kraschanka» (ukr. Крашанка) oder «Pysanka» (ukr. Писанка)-. Man ziert diese Eier mit verschiedenen Symbolen, die Schutzeigenschaften haben.

Man bäckt ein süßliches Brot Paska. Dieses Brot wird hauptsächlich in Osteuropa und im Kaukasus vorbereitet. Das Osterbrot ist der größte Schmuck und die Hauptnahrung am Ostern.

Am Samstag schmückt man die Osterkörbe mit schön gestickten Handtüchern. In solchen Korb sammelt man verschiedene köstliche Speisen sowie die Ostereier und die Paska und bringt man das alles spät am Samstagsabend in die Kirche.

Ostern

Der Gottesdienst beginnt vor Mitternacht und dauert die ganze Nacht. Um Mitternacht findet ein feierlicher Kreuzumzug um die Kirche herum statt. Die Orthodoxen sind gewohnt, während der Liturgie, auch wenn sie die ganze Nacht dauert, auf den Beinen sein.

Ostern

Am Ostersonntag früh um 6 Uhr findet die Frühmesse statt und die Orthodoxen lassen die Osterspeisen weihen. Der Priester begrüßt alle Leute mit den Worten: «Christi ist auferstanden!» (ukr. Христос воскрес!) und die Leute antworten «Wahrhaft ist er auferstanden!» (ukr. Воістинно воскрес!).

Nach der Messe geht man nach Hause und schon am Morgen sammelt sich die ganze Familie am Tisch. Wie es die Tradition verlangt, beginnt man das Frühstück mit den Ostereiern und der Paska.

Der Ostermontag war auch ein besonderer Tag. Im Volksmund heißt er der gegossene Montag: die jungen unverheirateten Mädels werden von unverheirateten Jungen mit Wasser gegossen, damit sie gesund und schön werden. Die Jungen kriegen als Dankeschön die Ostereier.

Diese Fotos entnommen mit freundlicher Erlaubnis von Frau Zaruba Maria, Pressezentrum vom Museum Mamajewa Sloboda (mehr unter dem Link)

Mamajewa Sloboda

Die Gottesdienste in der Kirche des Museums am Samstag und Sonntag:

19.04.

um 23.00 – Lesungen der Apostelgeschichte

20.04. Christi Auferstehung. Ostern

um 00.01 – feierlicher Mitternachtsgottesdienst. Kreuzumzug. Morgenandacht. Zarenstundengebet. Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomos.

04.30 – 12.00 – Paskaweihe

Das Museum finden Sie: Mychailo Donza Str. 2.


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