Architektur

Das internationale Zentrum für Kultur und Kunst

Das internationale Zentrum für Kultur und Kunst

Die Instytutska Straße erhielt ihren Namen mit dem Bau des im klassischen Stil errichteten Gebäudes (1938-1942, Architekten Beretti, Sohn und Vater), das Institut für adlige Mädchen hieß. Offiziell wurde die Lehranstalt am 03. September 1838 gegründet und eröffnet.

In der Lehranstalt studierten Mädchen aus Adels- und Kaufmannsfamilien. Das Studium dauerte 6 Jahre, 11 Monate im Jahr, mit Ferien im Juli.

Der Stundenplan bestand aus Religion, Russisch, Polnisch, Deutsch und Französisch, russischer Literatur, Erdkunde, Geschichte, Physik und Mathematik, Kunst, Musik, kirchlichem Gesang, Haushalt und Hausarbeit. Der Religionsunterricht hängte davon ab, zu welcher Konfession ein Zögling gehörte: orthodox, katholisch oder lutherisch.

Jeder Tag fing mit Gebet um 6 morgens an und endete mit einem Gebet um 22 Uhr abends.

Nach dem Abschluss des Studiums erhielt man das Zeugnis einer Hauslehrerin.

Unter den Lehrern sind Mykola Lysenko, ein ukrainischer Komponist, und Mykola (russ. Nikolai) Bunge, ein russischer Finanzminister, zu erwähnen.

Die Lehranstalt existierte bis 1918, nachdem Bolschewiken sie auflösten und das Gebäude beschlagnahmten. Von 1934 bis 1941 orientierte hier der Staatssicherheit – NKVD. Hier wurde tausende von Kulturaktivisten und Intellektuellen verhöhnt, gefoltert und umgebracht. Noch vor einem Jahr stand hier ein Gedenkkreuz für die Stalin-Opfer, das von Aktivistinnen der bekannten ukrainischen Feministinnengruppe FEMEN abgesägt wurde.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt.

Nach der Rekonstruierung wurde im Gebäude ein Zuschauersaal mit über 2000 Plätze eingerichtet. Das ehemalige Pensionat wurde zu einem Kulturpalast mit dem Namen Oktoberpalast (die Instytutska Straße wurde in Oktober Straße zu Ehre der Oktoberrevolution umbenannt).

Heutzutage ist hier das internationale Zentrum für Kultur und Kunst.

Vor dem Palast befindet sich ukrainische „Allee der Sterne“.

Bildquelle: perecrestok.kiev.ua